Heimat

November 2025

Wenn Sie in ein fremdes Land verschlagen werden, beginnen Sie sich zu wundern, weil alles so anders ist, als in der Heimat. Die Heimat Ihrer Sprache: weg. Falls -Sie länger bleiben, können Sie u. U. entdecken, dass die alte Heimat ein Rechtsstaat war und Ihnen dort niemand ganz einfach Ihre Altersversorgung stehlen kann. Oder doch? Vielleicht haben Sie noch nichts von David Rogers Webb gehört, dessen Buch gerade ins Deutsche übersetzt wurde unter der Überschrift „Die Große Enteignung“. Dieser Mann ist ein Ex-Hedgefonds Manager. Er hält die große Enteignung für möglich. Ich füge seine Website an: seine deutschsprachige website auf youtube an: https://www.youthube.com/watch?v=-FyETQS1uQY

Mich verschlug es in ein Land mit unglaublich vielen Einbrüchen. Jedenfalls in der Hauptstadt Caracas. Es ist ein Land voller Naturschönheiten und Corralitos. Das sind sehr kleine Giftschlangen, deren Biss jedenfalls tödlich war. Es gab zu jener Zeit kein Gegenmittel. Ob es heute ein Gegenmittel gibt, ist mir nicht bekannt. Ein Land, gesegnet mit vielen Naturschätzen, die jedes Industrieland nur neidisch werden lassen kann. Ein Land voller Menschen, deren Großmut schon Alexander von Humboldt rühmte und die heute im Elend sitzen und in andere Länder fliehen müssen. Erraten Sie es? Venezuela.

Die USA haben schon den US-Flugzeugträger „USS Gerald R. Ford“ dorthin verlegt. Der Deutschlandfunk sagt der Drogen wegen. Ich und andere würden sagen wegen der Ölvorkommen. Es sind die riesigen Schwerölvorkommen vom Orinoco, um die sich die USA, ohne Einwilligung des Parlaments „bemühen“. In der FAZ vom 16. 11. d. J. wurden schon 79 Tote gezählt, die durch die Bombardierungen von Fischerbooten zu Tode kamen. Es ist mittlerweile offensichtlich, dass die Amerikaner einen regime change in Caracas beabsichtigen und eine den USA wohlgesinnte Regierung installieren wollen. weltwoche.ch, 20.11.2025.

Denk ich an Deutschland. Deutschland 36 Jahre nach der Wende, sehe ich die Wunden der Ungleichheit, den Verfall der Bildung, den Trennungsgraben zwischen Ost und West. Um Mitternacht wird im Deutschlandfunk die Nationalhymne gespielt, danach die Europahymne „Freude schöner Götterfunken“, die gleich zweimal. Warum eigentlich? Um klarzustellen, dass Deutschland weniger wichtig wird? Die Deutsche Bank wurde gerade als „weniger wichtig abgestuft“ (Handelsblatt, 27.11.2025). Weniger wichtig als die Schweizerbank UBS. Aber das ist eher bedeutungslos, jedenfalls für mich persönlich. Weltmaßstab hin oder her. Was sollte das sein? Welches Maßband wird hier um wessen BMI gelegt und beurteilt?

Und überhaupt: In der gleichen FAZ, einer Sonntagszeitung, wird im Titel untersucht, ob sich die Union nicht in Richtung AfD bewegen sollte. Aber möglichst unauffällig. Es geht dabei, so Jochen Buchsteiner, „ob der Sprung der Union in die klandestine Allianz mit der AfD ohne irreparablen Schaden gelingt“. Na, dann!

Kleckse, eigentlich oder Krieg?

Eigentlich sind es nur bunte Kleckse in einem goldbraunen Rahmen, die ich anschaue. Die Bilder, die wir als Schreibgruppe ansehen, hängen im Salon oder Gemeinschaftsraum unseres Hauses in Kreuzberg. Es handelt sich dabei um ein Frauenwohnprojekt, in dem auch einige Männer wohnen. Man könnte sich die Kleckse auch als böse Feen vorstellen, jedenfalls sehe ich eher unheilbringende Gestalten in ihnen. Daneben hängen Bilder von Seenland- und Schiffslandschaften, die weniger Unheil versprechen. Aber wer weiß das schon, was die Malerin gedacht und was wirklich hinter ihren Bildern verborgen ist. Mich erinnern die unholden Feen an den Ukraine-Krieg.

Der Ukraine-Krieg gegen Russland scheint ein Landkrieg zu sein. Es lässt sich kaum an Schiffe denken, obwohl das schwarze Meer darin ein wichtge Rolle spielt. Der frühere Generalinspekteur der Bundeswehr Harald Kujat meinte, dass auch Großmächte Sicherheitsinteressen haben. Das war zu Beginn des Ukraine-Krieges. Damit meinte er Russland. Und der angesehene Politikwissenschaftler John Mearsheimer von der University of Chicago, verlautbarte in einem seiner vielen Beiträge zum Ukrainekrieg, Putin hätte seinen Angriff schon viel früher starten sollen. In der Berliner Zeitung vom 13. 05. 2025 lesen wir: „Ich hätte dasselbe getan wie Putin. Ich hätte die Ukraine sogar noch früher überfallen“. Wobei mich das Wort „überfallen“ stört. War es nicht so, dass Gorbachev keine Ausdehnung der Nato nach Osten versprochen wurde?

In Hamburg wurde der Nachbar meines Sohnes von einem Ukrainer mit der Axt erschlagen. Er war zuvor an der Front gewesen und war dann aus der Ukraine geflohen und bei diesem Nachbarn Stefan eingezogen. Nachdem der Täter die blutige Axt entsorgt hatte, stellte er sich der Polizei und sitzt jetzt in U-Haft. Zweifellos war er vom Krieg schwer traumatisiert. Ich hatte in der Nacht, in der die Tat geschah, einen Traum. Ich sah einen zerborstenen, bis zur Brust gespaltenen rostigen Soldaten.

Im Übrigen beschäftige ich mich mit Lyrik und Kurzgeschichten. Seit dem Einzug hier im Haus im Oktober 2007, spätestens seit 2008 führe ich hier im Haus einen Workshop zum kreativen Schreiben. Dabei kommen regelmäßig Lyrik und Prosa zum Einsatz. Wie ich dazu komme einen solchen Workshop anzubieten?

Schon in München wohnend habe ich Kurse zu kreativen Schreiben bei Jürgen vom Scheidt besucht, der als einer der Ersten das kreative Schreiben in Deutschland bekannt machte. Später, als ich nach Berlin umzog, habe ich bei Lutz von Werder und seinen Leuten eine Ausbildung gemacht. Ich darf mich seither Poesiepädagogin nennen. Ich schreibe Lyrik und Kurzgeschichten, die ich plane, in meine Website zu stellen.

Ostern 2025

Gestern am Karsamstag, wollte ich mich mich mit Freunden in Magdeburg treffen. Das Wetter: grau und diesig. Mein Ziel: ein großes Osterfeuer. So ein richtig riesiges. Ich dachte, wie soll das Feuer überhaupt brennen, wenn es so feucht ist.  Eine übertriebene Sorge. Ich nahm Abstand von der Fahrt nach Magdeburg und zum KaiserDom. Zuvor war schon vor Waldbränden gewarnt worden. Freunde einer Freundin im Haus wohnen im Grunewald, der zu Berlin gehört und fürchten sich wegen der Waldbrände und ob die Feuerwehr rechtzeitig eintrefffen würde. So geht es hin und her mit verschiedenen Ängsten. Ich hingegen wohne in Kreuzberg, dh sozusagen nahe der Stadtmitte, auch wenn das Viertel niacht so heißt,  in einem Frauenwohnprojekt. Ob ich an den menschengemachten Klimawandel glaube: ich bin unschlüssig. Den Klimawandel hat es immer gegeben. Er geht natürlich weiter. Ob er menschengemachte Ursachen hat? Es gibt viele natürliche Ursachen, die den Klimawandel befördern. Die Sonne selbst mit ihren Strahlungsschwankungen, die Erdumlaufbahn, darunter die Präcession (Richtungsänderung der Erdachse) und die Achsneigung der Erde, Treibhausgase, die von der Natur produziert werden, die Plattentektonik, der Vulkanisus, untergliedert in Supervulkane und magmatische Großprovinzen. Alles dies wird als natürlicher Grund für die Klimaerwärmung benannt, wobei ich nicht weiß, was „magmatische Großprovinzen“ eigentlich beinhaltet. Ich bin keine Klimaexpertin: mir bleibt nur der Glaube an die lautstarke Propaganda. Wobei wir bei Ostern wären. Vielleicht sollten sich die Kirchen einmal bemühen, dass man nicht wirklich an eine Auferstehung des Rebellen Jesus im wörtlichen Sinn glauben muss. Sondern an die Wiederkehr der Rebellen, auch wenn man sie ermordet hat. Immer wieder wird es Kreuzigungen (Hinrichtungen, auch im übertragenen Sinne) geben und Tote. Heute gibt es viele Tote und Verstümmelte. In der Ukraine, in Gaza, im Kongo und anderen Orts. Und immer wieder Rebellen, die sich nicht mit den „Tatsachen“ abfinden wollen. Die Kirchen und die Religionen haben daran nicht ändern können oder wollen. Sie waren immer auch Herrschftsinstrumente und gleichzeitig auch Waffen in den Händen ihrer Gegner.

Man kann eigentlich auch nicht mehr an Gott glauben, der ohnmächtig oder bösartig zu sein scheint, wenn er seinen Sohn derart jämmerlich verrecken lässt“. Die Welt, vom 17. 04.2025 Nietzsche bezeichnet das geradezu als Negation Gottes.

„Vom Glauben an den Gekreuzigten hat vielerorts nur der Glaube überlebt, dass die Liebe des guten Menschen von Nazareth in einer lieblosen Welt das eigentlich Göttliche sei“. (ebenda)

Lassen wir es dabei.

im März zu sehen, wenn ich aus dem Fenster schaue
Blick aus meinem Fenster im März 2025

30. April 2025

Fortsetzung zum Klimawandel

Kennen Sie Douglas Rushkoff, einen Amerikaner, den fünf der reichsten Männer einluden, um mit ihm zu besprechen, wie sie sich den Folgen der von ihnen selbst entwickelten Technologlien schützen könnten. In einer Zusammenfassung, d. h. einem Buch, das er im Anschluss an dieses Treffen verfasst hat, schildert Rushkoff seine Erfahrungen. Sie flogen ihn in eine Wüste, in die sie sich zu diesem Treffen zurückgezogen hatten, und ließen Rushkoff unterschreiben, dass er ihre Namen nicht nennen würde. Das Buch: „Survival of the Richest – warum wir vor den Tech – Millirardären noch nicht einmal auf dem Mars sicher sind“, erschienen auf Englisch 2021, auf Deutsch in der Edition Suhrkamp 2025.

Um auf die Abwehr der negativen Folgen des Klimawandels und der negativen Folgen daraus zu sprechen zu kommen: der zum Teil menschengemacht zu sein scheint – so schreibt Rushkoff

„Das Problem ist, dass die Umstellung auf die Sonnenenergie zwar den Unternehmen, die Fotovoltaikanlagen verkkaufen und installieren, viel Geld einbringen, aber die Co2 Bilanz nicht erheblich verbesseren – wenn es überhaupt eine Verbesserung gibt.“

Der Grund: Die Solarzellen sind alles andere als klimaneutral.

„Sie wachsen nicht auf Bäumen, sondern sie werden aus Altuminium, Ksolarzellen zu altern. Sie müssen ersetzt werden. upfer und Metallen seltener Erden gebaut, die bereits knpp werden. Die Herstellung von Solarpanelen ist extrem energieaufwendig, denn dazu muss Quarz bei sehr hohen Temperaturen zu Siliziumschreiben verarbeitet werden.“

Hinzu kommen gewaltige Wassermengen und es fallen große Mengen an toxischen Abfallprodukten an. In wenigen Jahren beginnen die Solarzellen zu altern und müssen ersetzt werden.

Als Konsequenz benennt Rushkoff das grundlegende Problem:

„Wie alle von der empirischen Wissenschaft hervorgebrachten Lösungen dienen sie dazu, weiter vorzudringen und einen Teil der bis dato ungenutzen Aspekt der Natur unserem Willen unterzuordnen.“

Es lohnt sich dieses Buch zu lesen. Es hätte zugleich mit der englischen Version erscheinen sollen oder kurz hinterher.

Malworkshop: Collage

Zwischen dem 20 und 27. Juli nahme ich an einem Malworkshop teil, der als Collage ausgeschrieben war. Die einladende Künstlerin ist Lioba Genske, die in Köln arbeitet und halbjährliche Workshops in der Nähe der Ostsee veranstaltet. Sie selbst malt besonders große Bilder, die oft von Firmen gekauft oder geleast werden. Der Kunstort Glashagen, ca. 20 km von der Ostsee entfernt, gehört zu Bad Doberan. Eine Teilnehmerin kam aus Österreich. Sie und ihr Lebensgefährte, der kein Teilnehmer war, kamen aus Österreich und wollten von hier aus in Rendsburg die Ausstellung NordArt, die bis zum 06.10. geöffnet ist, besuchen.

Zur Collage gab es Ausschneide-Material und alle erdenklichen Malutensalien, die Lioba zu Verfügung stellt. Man muss nichts mitbringen, man kann aber. Sie wies uns auf ein Buch von Eva Kalien hin: Mixed Media, das die wesentlichen Elemente von Collage, wie Tuschen und Tinten, Skizzenbücher und Materialien, Pinsel und Acrlyfarben enthält. Sie zeigt auch in Abbildung eine Art „Teewagen“ auf Rädern, der alle notwendigen Utensilien enthält, sodass man auch auf relative beengten Raum  arbeiten kann. Diesen „Teewagen“ fand ich bei Amazon, wo er aus Draht in verschiedenen Variationen angezeigt wird, wobei ich keineswegs für Amazon Reklame machen möchte.

Ich nahm nicht zum erstenmal an workshops bei Lioba teil. Sie sorgt für ein gutes Klima unter den TeilnehmerInnen, weil sie so besonders hilfsbereit und freundlich ist.  Für mich war dieser workshop schon ein Höhepunkt, weil ich viele Elemente miteinander verbinden und komponieren konnte und nicht nur auf meine Malkünste angewiesen war.  Lioba ist jemand, die immer wieder neue Techniken und Einstiege vorbringt, sodass ich mich manchmal ein wenig vom Zuviel abschotten musste.

Man beginnt mit der Arbeit um 9.30 h und arbeitet bis 13.30. Dann sorgt Lioba für einen Snack. Zwischendurch kocht sie Kaffee oder Tee. Am Abend kocht sie für alle, die am Essen teilnehmen wollen oder man versorgt sch selber in seinem Appartement. Die meisten möchten aber bei Lioba essen. Sie nimmt sehr zivile Preise dafür. Am besten kommt man mit dem eigenen Auto. Aber auch, wenn man, wie ich kein eigenes Auto mehr hat, ist man nicht verloren. Lioba könnte dich mitnehmen zum Malen am Meerestrand.

Ente badet im Schweriner See
Ente badet im Schweriner See im Anblick des Schlosses

James W. Pennebaker: Heilung durch Schreiben. Ein Arbeitsbuch zur Selbsthilfe, Hofgrefe, 2009

Wenn Sie derzeit mit einem Trauma oder einer emotionalen Krise kämpfen, haben Sie mit dem Aufschlagen dieses Buches bereits einen ersten mutigen Schritt getan. Vielleicht suchen Sie nach einer Möglichkeit, die belastenden Erfahrungen so zu verarbeiten, dass Ihr Leben in ruhigeren Bahnen weitergehen kann. Vielleicht möchten Sie aber auch am liebsten gar nicht mehr an das Geschehene denken und so tun, als sei alles in Ordnung. Möglicherweise wünschen sich das auch die Menschen in Ihrer unmittelbaren Umgebung. Die Wahrheit ist jedoch, dass sich ein massiver Aufruhr der Gefühle, der sich auf alle Aspekte Ihres Lebens auswirkt, nicht so einfach ignorieren lässt.Dieses Buch wurde für Menschen geschrieben, die mit einem Trauma oder einer emotionalen Krise fertig werden müssen.

Die fraglichen Ereignisse können einige Zeit zurückliegen oder auch noch ganz aktuell sein. Es kann sich um ein einzelnes Ereignis oder ein dauerhaftes Problem handeln. Was auch immer Sie erlebt haben – wahrscheinlich merken Sie, dass Sie ständig darüber nachdenken, sich Sorgen machen, möglicherweise selbst im Schlaf davon träumen. Das in diesem Buch beschriebene expressive Schreiben kann Ihnen helfen, die zugrunde liegenden Konflikte, Stresssituationen oder schmerzlichen Erlebnisse zu verarbeiten und dadurch letztlich zu überwinden. Aus dem Vorwort James W. Pennebaker. Er war Professor für Psychologie an der University of Texas in Austin.

James Pennebaker betont, er sei Forscher, nicht selber Therapeut. Er gilt als Pionier der Schreibtherapie und hat die Beziehung zwischen Sprache und Traumaheilung untersucht. Eine seiner Entdeckungen ist, dass low-key Pronomen, so nennt er sie – wie ich, du, er oder sie eine fundamentale Bedeutung haben können bei der Aufarbeitung eines Traumas. In der ersten Person schreibt man die Geschichte so auf, wie man sie erlebt hat: als Ich. In weiteren Überarbeitsschritten wird versucht, sich von dem Geschehen ein Stück weit zu entfernen, indem man als Beobachter:in schreibt, also einen Schritt zurücktritt, d. h. sich vom traumatischen Geschehen distanziert. In diesem Falle benutzt man die er/sie Form.

Der Weg der weißen Wolken

Aus Kreuzberg heraus

Ich wohne in Kreuzberg, also ungefähr in der Mitte Berlins. Oft sehne ich mich hinaus aufs Land, wo es öfters Nebel gibt, weil dort größere Feuchtigkeit durch Wald und Wiesen herrscht. Dort würde diese schwer erkennbare Gestalt deutlicher werden, dieses Wesen, das über den Weg der weißen Wolken nachsinnt, hoffte ich. Ich fand nur einen diffusen Nebel.

Eine Mutation

Das Buch „Der Weg der weißen Wolken“ wurde von einem Deutschen geschrieben, der sich in den Himalaya zurückzog und dort zu einem tibetischen Mönch mutierte. Er wurde unter dem Namen Anagarika Govinda bekannt und trug die Ehrenbezeichung Lama. Der stammt aus dem mittelsächsischen Ort Waldheim. Ich hörte, dass er sich bei allen Erscheinungen bedankt. Sein Mantra ist “vielen Dank“, was er praktisch unaufhörlich wiederholt, weil die Erscheinungen dauernd wechseln. Auch unsere Erscheinung verändert sich ständig, auch wenn wir es nicht bemerken. Sekündlich verändern wir uns.

Substanzveränderung

Unsere Substanz verändert sich. Die katholische Kirche hat den Terminus Transsubstantiation geschaffen. Aber der meint etwas total anderes. Er bedeutet…Egal, wir transsubstantiieren uns. Unmerklich, langsam, wir altern. Schließlich sterben wir und werden begraben. Wir werden unsichtbar. Heute habe ich die Transsubstantiationslehre auf meine Brille angewandt, die ins Unsichtbare mutiert war. Nach einer verzweifelten Suche ließ sie sich, für mich ungealtert, doch finden. Vielen Dank, Brille, rief ich erleichtert aus.

Zurück zum Nebel

Aber zurück zum Nebel, der einen leichter atmen lässt. Des Öfteren zeigt er sich morgens im Wald und parliert mit den Bäumen. Er dankt ihnen vermutlich für den Sauerstoff, den diese abgeben und den die Tiere, auch die Menschentiere zum Atmen brauchen. Und dankt auch dem Abendlicht, das seine Körpernebelzellen gerade noch ein wenig erhellt. Jedenfalls sei er vergänglich, sagt er. Er löse sich auf. Heute, nach langer Zeit im Wald, bemerke ich dunkle Stellen im Nebel, er vergeht. Dort fehlt es an Leuchtkraft. Was würde der zum Mönch mutierte Mann im Himalaya tun, würde er sich beim Energiemangel bedanken? Möglich, denke ich, sogar wahrscheinlich. Vielleicht würde er einen Ort aufsuchen, wo er neue Energie, neue Leuchtkraft tanken kann?

Und ich? Was tue ich bei Energiemangel? Gehe ich zu den Quellen frischer Energie? Ab in den Wald!