Eigentlich sind es nur bunte Kleckse in einem goldbraunen Rahmen, die ich anschaue. Die Bilder, die wir als Schreibgruppe ansehen, hängen im Salon oder Gemeinschaftsraum unseres Hauses in Kreuzberg. Es handelt sich dabei um ein Frauenwohnprojekt, in dem auch einige Männer wohnen. Man könnte sich die Kleckse auch als böse Feen vorstellen, jedenfalls sehe ich eher unheilbringende Gestalten in ihnen. Daneben hängen Bilder von Seenland- und Schiffslandschaften, die weniger Unheil versprechen. Aber wer weiß das schon, was die Malerin gedacht und was wirklich hinter ihren Bildern verborgen ist. Mich erinnern die unholden Feen an den Ukraine-Krieg.
Der Ukraine-Krieg gegen Russland scheint ein Landkrieg zu sein. Es lässt sich kaum an Schiffe denken, obwohl das schwarze Meer darin ein wichtge Rolle spielt. Der frühere Generalinspekteur der Bundeswehr Harald Kujat meinte, dass auch Großmächte Sicherheitsinteressen haben. Das war zu Beginn des Ukraine-Krieges. Damit meinte er Russland. Und der angesehene Politikwissenschaftler John Mearsheimer von der University of Chicago, verlautbarte in einem seiner vielen Beiträge zum Ukrainekrieg, Putin hätte seinen Angriff schon viel früher starten sollen. In der Berliner Zeitung vom 13. 05. 2025 lesen wir: „Ich hätte dasselbe getan wie Putin. Ich hätte die Ukraine sogar noch früher überfallen“. Wobei mich das Wort „überfallen“ stört. War es nicht so, dass Gorbachev keine Ausdehnung der Nato nach Osten versprochen wurde?
In Hamburg wurde der Nachbar meines Sohnes von einem Ukrainer mit der Axt erschlagen. Er war zuvor an der Front gewesen und war dann aus der Ukraine geflohen und bei diesem Nachbarn Stefan eingezogen. Nachdem der Täter die blutige Axt entsorgt hatte, stellte er sich der Polizei und sitzt jetzt in U-Haft. Zweifellos war er vom Krieg schwer traumatisiert. Ich hatte in der Nacht, in der die Tat geschah, einen Traum. Ich sah einen zerborstenen, bis zur Brust gespaltenen rostigen Soldaten.
Im Übrigen beschäftige ich mich mit Lyrik und Kurzgeschichten. Seit dem Einzug hier im Haus im Oktober 2007, spätestens seit 2008 führe ich hier im Haus einen Workshop zum kreativen Schreiben. Dabei kommen regelmäßig Lyrik und Prosa zum Einsatz. Wie ich dazu komme einen solchen Workshop anzubieten?
Schon in München wohnend habe ich Kurse zu kreativen Schreiben bei Jürgen vom Scheidt besucht, der als einer der Ersten das kreative Schreiben in Deutschland bekannt machte. Später, als ich nach Berlin umzog, habe ich bei Lutz von Werder und seinen Leuten eine Ausbildung gemacht. Ich darf mich seither Poesiepädagogin nennen. Ich schreibe Lyrik und Kurzgeschichten, die ich plane, in meine Website zu stellen.
