Ein Haibun ist ein Reisetagebuch, dass aus Prosateilen und Gedichten besteht. Die Gedichtform dazu ist im Japanischen oft das bekannte Haiku. Entwickelt wurde das Haibun vor allem von Basho, dem großen japanischen Dichter des 17. Jahrhundert. In einem Haibun haben aber nicht nur wirkliche Reiseerlebnisse ihren Platz, im Grunde ist der Mensch immerzu auf Reise – so die Meinung über den japanischen Haibun nach der Japanologin Lydia Brüll1– und deshalb haben viele Themen in einem Haibun Platz.
In Europa hat das Haiku wegen seiner Kürze und Formstrenge viele Anhänger gefunden. Allerdings erschiene mir auf Grund der Tradition und Formen dichterischen Ausdrucks in Europa die Reduktion nur auf Prosa und Haiku zu eng. Es geht um einen Wechsel zwischen Prosa und Dichtung. Im Wort Dichtung, liegt Verdichtung, Dichte, also etwas Zusammenfassendes, eher Kurzes.
die Forderungen wie
- Wahrheit/Wahrhaftigkeit,
- das Wandelbare
- Sabi und Wabi, die Einsamkeit und das, was im christlichen Kontext vielleicht die Armut im Geiste umschreibt. Ebenso
- das Offene, nicht Abgeschlossene.
Sabi und wabi sind dem Geist des Zen verpflichtet und eine Art Dinge wahrzunehmen, fern von jeder Art von Dogmatismus. Ja, nun sind wir keine Japaner, sondern EuropäerInnen und Deutsche. Auch wenn die japanische Form auch sehr anziehend ist, so ist doch die Musikalität unserer Sprache eine andere und auch die in Jahrhunderten entstandenen Gedankenverbindungen, die materiellen Schöpfungen und die Natur unterscheiden sich. Aber man/frau darf sich an einem Haibun orientrieren
1verstorben 2024
